Gefundene Schätze

Unser Ortsheimatpfleger Rudolf Nintzel stellt "Gefundene Schätze" zu Ihlienworth vor.

Belegschaft der Meierei Ihlienworth | Bild von 1975

Am 14. März 1887 wurde der Grundstein der Meierei-Genossenschaft Ihlienworth gelegt. Damit wurde den ansässigen Landwirten die Möglichkeit gegeben, ihre Milch gewinnbringend abzusetzen. Das Hadelner Sietland war damals aufgrund der schlechten Wegeverhältnisse praktisch von der übrigen Wirtschaft abgeschlossen. Der 8. November 1887 war mit 484 Liter Milch der erste Anlieferungstag. Die Liefermenge stieg kontinuierlich und erreichte 1908 2700 Tonnen im Jahr. Diese Menge wurde kriegsbedingt erst 1934 wieder erreicht. 1952 wurde der Betrieb der Meierei von Dampf auf Strom umgestellt. In den Jahren bis 1960 wurden zudem Butterei, Betriebsraum, Milchlager, Annahme und Weichkäserei ausgebaut.
Aufgrund der schlechten Kosten- und Erlössituation und nachdem in der Organisation und Verwaltung der Meierei zusätzlich gravierende Mängel festgestellt wurden, kam es 1983 zur Betriebsstillegung.
Die Mitarbeitenden auf dem Foto von links: Reinhard Oest, Christa Badura, Gerd Wörmcke, Heinrich Brümmer, Werner Haß, Claus Huntenburg, Werner Wichmann, Walter von Deesten, Marianne Jarck und Geschäftsführer Hartmut Albers.
Erwähnenswert ist die Tatsache, dass von 1937 bis zum Ende der NS-Diktatur das Büro der Ihlienworther NSDAP-Ortsgruppe in der Meierei untergebracht war. Der Betriebsleiter Bernhard Wilkens war gleichzeitig Ortsgruppenleiter. Er wurde noch im Mai 1945 interniert.
Das Foto ist im Kalender „Arbeiter/Innen in Stadt und Land Cuxhaven“ aus dem Wilhelm-Heidsiek-Verlag erschienen. Der Kalender ist in Ihlienworth für 10 € in der Bäckerei Loose und im Bürgerbüro erhältlich.
Rudolf Nintze

Lohnfuhrunternehmen in Ihlienworth | Bild aus ca. 1960er Jahre

Am 15. Oktober 1920 kaufte sich der Ihlienworther Wilhelm Tiedemann sein erstes Pferd und begann, mit Pferd und Wagen die Milch vom Straßdeich zur Meierei in der Dorfmitte zu fahren. Zuvor, seit dem 1. Januar 1920, hatte er die Milchanfuhr mit einem Kahn über Wettern und Medem getätigt. Es dauerte nicht lange, bis ein zweites Pferd gekauft werden musste und schon bald hat Tiedemann das Milchfahren aufgegeben und ein Lohnfuhrunternehmen gegründet. Manche Fuder Sand, Steine, Bauholz, Baumstämme und vieles andere rollten so über die Straßen. Außerdem wurde er von vielen Stellen zum Einbringen der Ernte gerufen und verrichtete er die Müllabfuhr in der Gemeinde. Neben seiner täglichen Arbeit hat er zudem 30 Jahre lang den Leichenwagen gefahren und manche Ihlienworther und Ihlienwortherinnen zur letzten Ruhe gebracht.
Auch ehrenamtliche Fahrten wurden von Tiedemann geleistet. Bei der Freiwilligen Feuerwehr zum Beispiel fuhr er lange Zeit die damalige Handspritze. Und im Schützenverein war er mit seinem Fuhrwerk bei den Festumzügen dabei, um die Ehrenmitglieder und ältere Festteilnehmer und Festteilnehmerinnen durch die Straßen zu fahren.
Wilhelm Tiedemann hat unzählige Kilometer mit seinem Pferdegespann hinter sich gebracht, wobei wohl so mancher Schweißtropfen geflossen ist, aber auch so mancher „Köm“ vereinnahmt wurde.

Das Foto ist im Kalender „Arbeiter/Innen in Stadt und Land Cuxhaven“ aus dem Wilhelm-Heidsiek-Verlag erschienen. Der Kalender ist in Ihlienworth für 10 € in der Bäckerei Loose und im Bürgerbüro erhältlich.

Beerdigung des Pastoren Woltmann | Bild von 1904

Hinter den Kindern links mit Zylinder der damalige Kantor Peter Meier.