Intergriertes Quartierskonzept "Ort Ihlienworth"

Abschlussbericht

Das Quartier »Ort Ihlienworth« umfasst einen Großteil der Infrastruktur der Gemeinde, einschließlich Marktplatz, Bankfilialen, Bäckerei, Pflegeheim und Schule. Etwa 300 Haushalte befinden sich in dem Gebiet, das durch einen alternden Gebäudebestand geprägt ist.
Die Gemeinde kann in diesem Quartier mit gutem Beispiel vorangehen, um die Attraktivität von energetischen Sanierungen und der Nutzung Erneuerbarer Energien aufzuzeigen. Durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED oder die Modernisierung der kommunalen Gebäude im Quartier hat die Gemeinde diese Vorreiterrolle bereits zum Teil eingenommen, jedoch ist dies den meisten Bürgern nicht bewusst. Eine regelmäßige Berichterstattung über erzielte Einsparungen im Quartier und in der Gemeinde kann Fortschritte greifbar machen und somit die Bürger motivieren.
Auch vorbildliche Beispiele privater Haushalte oder gewerblicher Anbieter sollten in die Berichterstattung aufgenommen werden.
Handlungsbedarf und Anlass zur Motivation besteht allemal: 62% der Heizungsanlagen im Quartier sind älter als 10 Jahre und der Zustand vieler Gebäude ist dringend modernisierungsbedürftig. Zudem sind die Haushalte mit 63% des Stromverbrauchs und 85% des Wärmeverbrauchs die mit Abstand größte Abnehmergruppe im Quartier. Erneuerbare Energien decken dabei bisher nur knapp 25% des Stromverbrauchs und es wird ausschließlich Solarstrom erzeugt. Im Vergleich bleibt das Quartier bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien somit weit hinter Land und Bund zurück. Zudem zeichnet sich das Quartier durch ein hohes Verkehrsaufkommen und ein geringes Mobilitätsangebot
aus, sodass der Umweltverbund dringend gestärkt werden sollte.
Auf der anderen Seite verfügt das Quartier über enormes Potenzial: Mit der in der Umgebung vorhandenen Biomasse (Gülle und Miscanthus) könnte theoretisch der gesamte Wärmebedarf des Quartiers gedeckt werden, in Form von BHKWs könnte darüber hinaus hinreichend Strom erzeugt werden. Auch Geothermie bietet sich zusätzlich zu Solaranlagen zur Energieerzeugung an. Durch die Durchführung geeigneter Maßnahmen könnte sich das Quartier »Ort Ihlienworth« innerhalb weniger Jahre in ein (Bio-)Energiedorf verwandeln und sich als solches auch bei umweltbewussten
Touristen positionieren. Auf diese Weise würde das Quartier nicht nur zukunftsfähig werden und bleiben, sondern gleichzeitig auch als Vorbild für andere Quartiere der Gemeinde dienen.
Da sich energetische Sanierungsmaßnahmen auch ökonomisch tragen müssen, empfiehlt das vorliegende Quartierskonzept die zeitnahe Beauftragung eines Sanierungsmanagers. Dieser sollte die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen konzertiert planen, Fördermittel identifizieren und den Bürgerinnen und Bürgern beratend zur Seite stehen. Zudem könnten erste kleine Projekte umgesetzt werden. So kann zum Beispiel von dem Nachbarschafts-Carsharing „Roter Punkt“ samt Mitnahmebänken ein spürbar positiver Effekt für Bürger und Gäste erwartet
werden.
Wenn es gelingt, auch die privaten Haushalte zu umfassenden Sanierungsmaßnahmen zu bewegen, kann theoretisch ein Primärenergiebedarf von 31,6 GWh jährlich im Quartier eingespart werden.

Intergriertes Quartierskonzept "Ort Ihlienworth"